Die Kinder der Familien Wande und Springguth im Sandkasten, 2. April 1926. Das Bild ist in der Ausstellung „Altmark, Wendland, Heide“ zu sehen (alle Fotos auf dieser Seite: © Sammlung Albert Wande / Danneil-Museum Salzwedel).

In seiner Freizeit tauschte Albert Wande (1862 – 1936) den Alkohol gegen Fotochemikalien, denn der Salzwedeler Brennereibesitzer ging einem nicht alltäglichen und durchaus beschwerlichen Hobby nach: Er fotografierte. Das Johann-Friedrich-Danneil-Museum in Salzwedel, das seinen fotografischen Nachlass verwahrt, zeigt nun in einer Sonderausstellung bis zum 14. Mai 2023 eine Auswahl seiner Aufnahmen.

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Mehr als 30 historische Zweiräder sind in der neuen Ausstellung zu entdecken. (Foto: Ulf Morgenstern)

Verkehrspolitisch liegt das Fahrrad im Trend wie lange nicht. Zumindest bei kürzeren städtischen Distanzen soll der Anteil von Fahrradfahrten gegenüber dem Autoverkehr deutlich steigen, weshalb bundesweit in den Ausbau der Radinfrastruktur investiert wird.

Daran, dass vor Jahrzehnten schon einmal deutlich mehr Fahrrad gefahren wurde, erinnert in Radevormwald seit 26. November ein besonderes Zweiradmuseum. In den Werkshallen der Fahrrad- und Motorradfabrik „Bismarck“ eröffnete die IG Bismarck ihre neue Ausstellung. Gezeigt wird eine einzigartige Sammlung von Zweirädern, die ab 1896 dort produziert wurden. Auf dem Höhepunkt des Bismarck-Mythos ließ sich mit dem prominenten Namen offenbar gutes Geld verdienen, denn die Marke änderte das eingängige Signum bis zum Konkurs im Jahr 1957 nicht. Die Motorisierung der Wirtschaftswunder-Bundesrepublik belebte zwar kurzzeitig das Motorrad- und Mopedgeschäft der Firma, aber der Automobilboom brachte auch in den Bismarck-Werken die Produktion zum Erliegen.

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„Kleinod an der Bille: Das Schloss Reinbek auf dem linken Ufer bezaubert mit italienischem Charme“, schreibt Michael Seufert in dem Band „Hamburgs unbekannte Schöne. Die Bille“ (Foto: © Michael Zapf)

Otto von Bismarck hatte es eilig und nun das: Seine Doggen, die neben seiner Kutsche liefen, erspähten ein Reh und setzten diesem nach. Damit war es nicht mehr pünktlich zur Auktion zu schaffen. Und so musste der Reichskanzler im April 1874 sein Vorhaben aufgeben, im einige Kilometer von Friedrichsruh entfernten Reinbek Schlossbesitzer zu werden.

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In Uniform mit Pickelhaube: Helmuth Graf von Moltke (1800 – 1891), preußischer Generalfeldmarschall. Gemälde von T. Lange, Deutschland, um 1900, Öl auf Leinwand (Bismarck-Museum Friedrichsruh, Inventar.-Nr.: A 367)

Helmuth Karl Bernhard Graf von Moltke trat 1811 in das dänische Heer als Kadett ein und wechselte 1822 zur preußischen Armee. Von 1823 bis 1826 besuchte der talentierte junge Offizier die Kriegsakademie in Berlin. 1833 erfolgte seine Berufung in den Großen Generalstab. 1836 wurde er als Militärberater für die Reorganisation der türkischen Armee in das Osmanische Reich abkommandiert und nahm an Feldzügen gegen die Kurden sowie in Ägypten teil (1838/39). Ende 1845 wurde Moltke kurzzeitig Adjutant des Prinzen Karl Heinrich von Preußen (1781 – 1846). 1847 zum Generalstab des VII. Armeekorps (Koblenz) versetzt, diente er nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin von 1848 bis 1855 als Chef des Generalstabs des IV. Armeekorps (Magdeburg). 1855 ernannte ihn der preußische Kronprinz Friedrich Wilhelm (1831 – 1888) zum Adjutanten, 1857 zum Generalmajor befördert, übernahm Moltke die Leitung des Großen Generalstabs, zu dessen Chef er offiziell 1858 avancierte. 1866 wurde Moltke zum General ernannt und erhielt als Generalstabschef die Kompetenz, dem Heer im Namen des Königs ohne vorherige Konsultation des Kriegsministers Befehle zu erteilen. Das ermöglichte Moltke, im Gefecht militärische Operationen unmittelbar zu leiten.

Die Siege in den Kriegen gegen Dänemark (1864), Österreich (1866) und Frankreich (1871) gehen maßgeblich auf seine Operationspläne zurück. Noch während des Frankreichfeldzuges wurde er von König Wilhelm I. in den Grafenstand erhoben. Am 16. Juni 1871 erfolgte schließlich seine Beförderung zum Generalfeldmarschall. Von 1867 bis zu seinem Tod war er zudem für die Konservativen Abgeordneter des Norddeutschen sowie des Deutschen Reichstags und seit 1872 auch Mitglied des Preußischen Herrenhauses. 1888 wurde er auf eigenen Wunsch von Kaiser Wilhelm II. (1859 – 1941) von seinen Pflichten als Chef des Generalstabs entbunden. Nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges warnte Moltke wiederholt vor den zerstörerischen Folgen eines alle Ressourcen verschlingenden Volkskriegs in Europa.

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Das Bismarck-Denkmal in Aumühle (Ausschnitt), © Otto-von-Bismarck-Stiftung

Seitdem der Bundestag und die Hamburgische Bürgerschaft 2014 beschlossen haben, das Bismarck-Denkmal im Alten Elbpark zu sanieren, wird in Hamburg intensiv über einen zeitgemäßen Umgang mit dieser Rolandsfigur diskutiert. Weniger öffentlichkeitswirksam, aber nicht minder kontrovers hatte bereits Jahrzehnte zuvor in Aumühle eine ähnliche Diskussion über gleich zwei ‚Steine des Anstoßes‘ eingesetzt, die mit dem Namen des ersten Reichskanzlers verbunden sind: ein Bismarck-Denkmal, das sein österreichischer Verehrer Georg von Schönerer 1921 gestiftet hatte, sowie dessen Grabstätte, die ein Jahr später auf dem Aumühler Friedhof eingerichtet worden war.

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Großes Fest im Schloss Versailles, das seit 1837 Nationalmuseum ist. Kolorierter Stahlstich von Charles Rolls (1799 –1885), nach Eugene Louis Lami (1800 –1890), Großbritannien, 1843 (Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: ZSg 2751)

Auf diesem Fest in Versailles war die feminine „Stundenglas-Silhouette“ unverkennbar angesagt. Der 1843 gedruckte Stich verrät aber nicht nur etwas über Stoffe und Schnitte, sondern vermittelt mit der Mode seiner Zeit auch Hinweise auf die Rolle, die den Damen der Gesellschaft zugewiesen wurde.

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Die deutsch-polnische Konferenz problematisierte wichtige Stationen der deutschen Russlandpolitik. Foto: Bundeskanzler Konrad Adenauer (winkend) kehrt im September 1955 von seiner Moskaureise zurück (Bundesarchiv, Bild 146-2005-0141 / Wolf, Helmut J. / CC-BY-SA 3.0).

„Warschauer Zerrbilder“ betitelte Reinhard Veser jüngst einen Artikel in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ über die politischen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland. So lügenhaft und verzerrt das von der Warschauer Regierung gezeichnete Bild von Deutschland auch sei, dürfe dieses Verhalten aber nicht den Blick dafür versperren, „dass es im deutsch-polnischen Verhältnis tiefer liegende Probleme gibt, für die nicht die polnische Seite verantwortlich ist“. Konkret meinte Veser damit eine aus der Geschichte erwachsene „asymmetrische Beziehung“ sowie ein bis in die Gegenwart reichendes „herablassendes Verhalten von Deutschland gegenüber Polen“.

Lebendiges Anschauungsmaterial für die aktuellen Schwierigkeiten im polnisch-deutschen Verhältnis lieferte eine vom West-Institut Poznan in Kooperation mit der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und der Otto-Bismarck-Stiftung organisierte Konferenz über „Deutsche Russlandpolitik: Geschichte – Gegenwart – Perspektiven“, die am 25. Oktober im Centrum Zielna, Warschau, stattfand. Dass die durch den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine ausgelösten politischen Verwerfungen in Europa die wissenschaftliche Sphäre nicht unberührt lassen würden, konnte kaum überraschen. Doch auch ohne sie wären die Diskussionen in Warschau wohl kaum weniger kontrovers verlaufen. Zu tief saß das Unverständnis so manches polnischen Teilnehmers für die preußische bzw. deutsche Russlandpolitik der vergangenen 300 Jahre.

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Ein Ölzweig, die berühmte Karikatur „Dropping the Pilot“ und ein Potpourri aus feinem Porzellan zählen zu den Geschenken, die Otto von Bismarck im Laufe seines Lebens erhielt. Zahlreiche dieser kleinen und großen handwerklichen Kostbarkeiten, Gemälde und Souvenirs sind im Bismarck-Museum in Friedrichsruh zu sehen, eine Auswahl wird 2023 in unserem Wandkalender präsentiert.

Während Geschenke wie das Porträt, das Queen Victoria nach ihrer Deutschlandreise 1889 an Bismarck sandte, den Respekt für den Politiker bezeugen, veranschaulichen andere den Kult, der bereits zu Lebzeiten des ersten Reichskanzlers um ihn einsetzte. Ein herausragendes Beispiel dafür ist ein Amboss mit Werkzeugen, den „Bergische Schmiede“ aus Remscheid 1895 dem „Reichsschmied“ nach Friedrichsruh schickten.

Die Auswahl für den Kalender zeigt die Vielfalt der Geschenke ebenso wie die der Schenkenden, zu ihnen zählten gekrönte Häupter, Künstler und Landwirte. Der Wandkalender ist im Bismarck-Museum, im Historischen Bahnhof Friedrichsruh sowie in unserem Online-Shop erhältlich und kostet zehn Euro.

Isabella II. (1830 – 1904), Königin von Spanien. Fotografie von Jean Laurent y Minier (1816 – 1886), Spanien, um 1865, Abzug auf Papier, Reproduktion (Otto-von-Bismarck-Stiftung, Inventar-Nr.: F 2021/043)

Das Königreich Spanien war im 19. Jahrhundert nur noch eine europäische Macht zweiten Ranges. Der politische, ökonomische und kulturelle Niedergang der einstigen Weltmacht samt der Erstarrung der sozialen Verhältnisse hatte bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts eingesetzt. Dennoch strahlte die altehrwürdige spanische Krone auch zweihundert Jahre später noch immer etwas von dem einstigen Glanz aus.

Seit 1833 herrschte Isabella II. aus dem Haus der Bourbonen als Königin über Spanien. Am 10. Oktober 1830 in Madrid geboren, bestieg sie bereits als dreijähriges Kind den Thron. 1843 wurde die junge Königin vom Parlament, den Cortes, für mündig erklärt; sie stand aber unter dem Einfluss von Angehörigen aus Adel, Klerus, Militär und Politik. Ihre Regierungszeit war von politischer Instabilität und sozialen Spannungen gekennzeichnet. So wechselten zwischen 1834 und 1868 insgesamt 55 weitgehend autoritär regierende Kabinette einander ab. Forderungen der Opposition nach einer liberalen Verfassung wurden zurückgewiesen. Die chronische Staatsverschuldung verschärfte die politischen und wirtschaftlichen Probleme des Landes. Die Kritik an der Regierung führte auch zu einem Vertrauensverlust der Bevölkerung in das Königshaus.

Am 17. September 1868 kam es zu einem Staatsstreich der Armee. Der weitgehend unblutige Aufstand wurde von zivilen Revolutionsausschüssen unterstützt. Das Hauptmotiv war die Unzufriedenheit mit dem autoritären Regime der Monarchin, das die gesellschaftlichen und politischen Krisen nicht lösen konnte. Die Königin und ihre Familie flohen nach Frankreich ins Exil. Nach längerem Zögern verzichtete Isabella II. am 25. Juni 1870 auf den Thron. Für diesen musste nun ein neuer Herrscher gefunden werden. Die Suche nach einem Nachfolger Isabellas führte zur Thronkandidatur des Erbprinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen (1835 – 1905). Diese wiederum löste einen diplomatischen Konflikt zwischen Frankreich und Preußen aus, der in den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 mündete.

Isabella II. starb am 9. April 1904 in Paris. Mit ihrem Sohn Alfons XII. (1857 – 1885) kehrte die Bourbonendynastie 1874 auf den spanischen Thron zurück. Das Kleid auf dem Foto der Monarchin ist unter anderem mit Kastellen und Löwen bestickt, den Wappenzeichen der historischen spanischen Regionen Kastilien und Leon. Sie trägt zudem ein Diadem, eine Perlenkette sowie eine Schärpe mit Orden.


Dieses besondere Exponat wurde in der Sonderausstellung „1870/71. Reichsgründung in Versailles“ gezeigt, der Katalog ist im Online-Shop und in unseren Ausstellungshäusern in Friedrichsruh erhältlich.

Zuvor erschienen: Das besondere Exponat: Reisepass für den Marquis de Alhama

Schloss Versailles, vom Garten aus gesehen. Kolorierter Stahlstich, James Tibbit Willmore (1800 – 1863), nach Frederick Mackenzie (1787 – 1854), Großbritannien, 1839, Papier (© Otto-von-Bismarck-Stiftung)

Es sollte einer seiner letzten großen Aufträge werden: Frederick Mackenzie fertigte 1839 für das von Charles Heath herausgebene „Picturesque Annual“ sechs Illustrationen von Versailles an. Sie dienten als Vorlage der Stahlstiche, die gedruckt werden konnten. Drei von ihnen – die Ansicht des Schlosses vom Garten aus, der Spiegelsaal (Mai) und die Schlachtengalerie (Dezember) – sind im diesjährigen Kalender „Historische Ansichten von Versailles“ zu sehen.
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