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Tag des offenen Denkmals: Ein Bahnhof und seine Geschichte

Geschrieben von Conwebia am Freitag, den 09. September 2011 um 13:33 Uhr

Er zählt zu den ältesten, noch im Ursprungszustand erhalten Bahnhöfen Deutschlands. Er stellt gleichzeitig ein besonders gelungenes Beispiel für die Umnutzung eines als Empfangsgebäude bedeutungslos gewordenen Baudenkmals dar. Und doch ist seine wechselvolle Geschichte heute kaum noch bekannt: Die Rede ist vom 1846 an der Eisenbahnstrecke von Berlin nach Hamburg errichtete Bahnhof in Friedrichsruh, inmitten des Sachsenwaldes. Heute Sitz der bundeseigenen Otto-von-Bismarck-Stiftung, ist er bei den meisten Menschen nur als „Bismarcks Bahnhof“ präsent, obwohl der in Friedrichsruh ansässige Reichskanzler das Gebäude selbst nicht genutzt hat. Wissenswertes und Amüsantes aus der Geschichte des bedeutenden kulturhistorischen Stationsgebäudes berichtet im Rahmen des „Tages des offenen Denkmals“ Stiftungsmitarbeiter Dr. Andreas von Seggern am Sonntag, den 11. September, um 11 Uhr, im Vortragssaal des Bahnhofs. Der Eintritt ist frei!

Bismarck-eting

Geschrieben von Conwebia am Montag, den 05. September 2011 um 05:21 Uhr

Wolfenbüttel, die reizvolle Stadt unweit des Harzes, verbunden mit dem Namen Lessing, berühmt für die herausragende Herzog-August Bibliothek, im Herbst vergangenen Jahres. Am Rande eines Seminares der Bundesakademie für kulturelle Bildung unter dem Titel "Zeitläufte. Wie man Geschichte gegenwärtig macht" schlendern die Referenten Grünewald-Steiger, Kutzmutz und von Seggern durch die überschaubare Innenstadt. Dann die Überraschung auf dem Marktplatz: Otto von Bismarck als Werbeikone, in diesem Falle für ein vor dem Hintergrund seiner privaten Vorlieben durchaus naheliegendes Produkt. Benedikt Erenz, Ressortleiter Geschichte der Hamburger ZEIT und Gastreferent des Seminars, glossierte die verblüffende Entdeckung nur wenig später in seiner ebenfalls "Zeitläufte" betitelten Kolumne:

"Schade, dass die lieben Kollegen von der Werbung historische Dekors und Anspielungen so ganz vergessen haben. Wir erinnern uns jedenfalls gern an das Bild des französischen Offiziers, der anno 1794 durch Kölns Glockengasse reitet, die Häuser nummeriert und mit dem Kohlestift - vom Sattel aus - die magische No. 4711 an die Fassade malt. Von 1949 bis in die Achtziger paradierte er in Tausenden Anzeigen und Werbefilmen auf seinem Schimmel für die Firma Mühlhens und 4711. Heute kündigt das Hamburger Möbelhaus Die Wäscherei sein neues Duftwässerchen zum neuen Vertiko so an: "The new fragrance by die wäscherei". Das kann nix gut gehen. Wie sich hingegen historisch anspielungsreich immer noch zielgenau und geschmacksfrisch werben lässt, zeigt die ebenso schicke wie scharmante Imbissbude Mecky am Markt von Wolfenbüttel: "Was Bismarck unter den Fürsten, ist Mecky's Wurst unter den Würsten!" Cool."

Sie machen vergleichbare kuriose Entdeckungen? Dann sind wir für jeden Hinweis dankbar!

Vielen Dank an Dr. Olaf Kutzmutz für das Bild.

Straßenimpression aus Friedrichsruh

Geschrieben von Conwebia am Freitag, den 05. August 2011 um 10:10 Uhr

Ja, liebe Nutzer, das Sommerloch macht auch vor Friedrichsruh nicht halt. Die weitgehend Veranstaltungs-freie Zeit gibt uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stets die Gelegenheit, im Tagesgeschäft vorläufig zur Seite geschobene Arbeiten endlich abzuarbeiten, an mittel- und langfristigen Projekten zu arbeiten und sich strategischen Fragen, etwa derjenigen nach der Weiterentwicklung unseres Lern- und Erinnerungsortes zu widmen. Sie jedoch denken sich: Wenn nicht jetzt, in der (zumindest kalendarisch so ausgewiesenen) Sommerzeit, in den Sachsenwald, wann dann? Wenn Sie sich schon einmal einen kleinen Eindruck von An- und Durchfahrt in Bezug auf Friedrichsruh machen wollen, schauen Sie das kleine Video (mit Dank an goggostreetview). Wir freuen uns auf Ihren Besuch und werden uns bald wieder in regelmäßigeren Abständen mit Informationen rund um "Otto von Bismarck und seine Zeit" melden!

 

 

Bahnhofskino - Historienfilm: Frühlingssinfonie

Geschrieben von Conwebia am Montag, den 11. Juli 2011 um 16:09 Uhr

Frühlingssinfonie ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahre 1983, in dem insbesondere das Paar Clara und Robert Schumann porträtiert werden. Der Titel greift den Beinamen der 1. Sinfonie Robert Schumanns auf.

Förderverein auf Altmark-Fahrt

Geschrieben von Dr. Ulf Morgenstern am Dienstag, den 14. Juni 2011 um 08:18 Uhr

Am 8. Juni lud der Förderverein der Otto-von-Bismarck-Stiftung auf eine Tagestour in die Altmark ein. 40 Teilnehmer begaben sich unter der Leitung von Prof. Ulrich Lappenküper, Dr. Ulf Morgenstern und Andreas Heick auf die Landpartie im Bus. Die erste Station war traditionsgemäß ein Besuch in Schönhausen, dem Geburtsort Otto von Bismarcks. Die Leiterin der Otto-von-Bismarck-Stiftung Schönhausen, Dr. Andrea Hopp, und die dortige Museumspädagogin, Frau Katja Gosdek, führten die Teilnehmer durch das Schönhauser Bismarck-Museum sowie den Ort selbst. Die beeindruckende Kirche aus dem 13. Jahrhundert fand dabei ebenso Beachtung wie das zweite Bismarcksche Schloß im Ort, pragmatischerweise Schönhausen II. genannt. Vom Geburtshaus des Kanzlers, das bis 1945 von seiner verwitweten Schwiegertochter bewohnt wurde, steht nur noch ein Seitenflügel: lediglich ein zur Erinnerung auf die Kellerreste gemauerter Sockel erinnert am Rand des Barockparks noch an die Sprengung des eigentlichen Gebäudes bei einer NVA-Übung im Jahr 1958. Nach einer Stärkung im Restaurant Elbaue ging die Fahrt mit einer Führung durch das unweit gelegene Kloster Jerichow weiter. Die umfangreiche und momentan hervorragend restaurierte Anlage ließ bei nicht wenigen Besuchern den Wunsch nach einem zweiten Besuch aufkommen, entdecken ließe sich noch genug. Auch der dritte Programmpunkt begeisterte die Ausflügler.

Nur wenige Kilometer von Jerichow entfernt steuerte die Gruppe die Dorfkirche in Wust an, die an sich schon eine Besichtigung wert ist. Besonders anziehend war sie im Rahmen der Fahrt, da an die Kirche die Gruft der Kattes anschließt, in der auch der Sarg des bekannten Freundes Friedrichs II. steht. Die Geschichte der grausamen Hinrichtung des an der geplanten Flucht des Kronzprinzen beteiligten Jugendfreundes Friedrichs des Großen wurde den Besuchern ebenso eindringlich in Erinnerung gerufen wie die anrührende Rettung der Wuster Dorfkirche. Auf Initiative des Sohnes des Pfarrers wurde das ehrwürdige, über die Jahrzehnte jedoch dem Verfall preisgegebene Gebäude seit den 1970er Jahren in Eigenregie durch eine Gruppe von Enthusiasten wieder in Stand gesetzt. Reisende aus Ost und West staunten über das Beispiel religiösen und bürgerschaftlichen Engagements in der späten DDR, dessen schönes Resultat noch heute beeindruckt. In Bauform und Ausstattung ist die Kirche ist eine eigentümliche Melange aus uralten romanischen Wurzeln und barocken Gestaltungswillen ihrer frühneuzeitlichen Patrone.

Alle drei Stationen der Reise - Schönhausen, Jerichow und Wust - fanden begeisterte Aufnahme bei den Teilnehmern der Fahrt, so dass der kurze, aber heftige Schauer, der einige am Vormittag durchnässt hatte, bald vergessen war und am Ende viele an eine baldige Wiederholung der Altmark-Fahrt dachten.

Open-Air-Vernissage

Geschrieben von Conwebia am Montag, den 06. Juni 2011 um 08:54 Uhr

Strahlend blauer Himmel begleitete die Eröffnung der Sonderausstellung "Lili Marleen. Ein Schlager macht Geschichte" am Freitag, den 3. Juni 2011, vor dem Stiftungssitz, dem historischen Bahnhofsgebäude in Friedrichsruh. Aufgrund der fast perfekten Witterung hatte sich das Stiftungsteam spontan entschlossen, die Auftaktveranstaltung erstmals seit Bestehen der Bundeseinrichtung ins Freie zu verlegen. Etwa 100 Besucher lauschten den einführenden Worten des Geschäftsführers, Prof. Dr. Ulrich Lappenküper, und dem sich anschliessenden Gespräch von Dr. Andreas von Seggern mit dem Eröffnungsgast, dem Schauspieler und Musiker Ulrich Tukur. Im Mittelpunkt stand dabei Tukurs besondere Leidenschaft für historische Schlager der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die er gemeinsam mit seinen kongenialen "Rhythmus Boys" seit 1995 auch auf der Bühne leidenschaftlich auslebt. Davon konnte man sich am Abend im Theatersaal des Augustinum im benachbarten Augustinum überzeugen, wo Tukur und seine Band mit einem fulminanten und amüsanten Auftritt das Publikum, inklusive einer spontanen Interpretation von 'Lili Marleen', in ihren Bann zogen. Insgesamt für Gäste und Mitarbeiter eine "runde" Sache, die bei geeigneter Witterung sicher einmal wiederholt werden wird.

Lili Marleen - Ein Schlager macht Geschichte

Geschrieben von Conwebia am Freitag, den 03. Juni 2011 um 05:38 Uhr

Eine Ausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Kooperation mit der Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh.

Lili Marleen - "the biggest hit of World War II" - mehr als ein deutsches Soldatenlied über Abschied, Trennung und ungewisse Heimkehr. Auf beiden Seiten der Front wird Lili Marleen zum populärsten Lied des Zweiten Weltkrieges. Seine Wirkungsgeschichte reicht bis weit in die Nachkriegszeit hinein. Mit Lili Marleen als Ausstellung des Hauses der Geschichte wird ein dramatisches Stück Zeitgeschichte lebendig nacherzählt.

Im internationalen Musikgeschäft gilt Lili Marleen als eines der erfolgreichsten deutschen Lieder des 20. Jahrhunderts. Eng verbunden mit dem Namen von Lale Andersen wird es auch im Ausland von zahllosen Interpreten übernommen, wie zum Beispiel von Marlene Dietrich und Anne Shelton. Selbst Punk- und Heavy-Metal-Bands besingen Lili Marleen - ein melancholisch-sentimentaler Welterfolg voller Widersprüche.

Das Lied berührt menschliche Grundbefindlichkeiten und trifft die allgemeine Gefühlslage der Zeit: Trennung von geliebten Menschen, Sehnsucht nach zu Hause, Einsamkeit, Angst vor dem Sterben. Es gibt diesen Gefühlen Raum, hebt sie in wehmütiger Verklärung auf. Das Lied wird in zahllose Sprachen übersetzt. Immer neue Varianten, aber auch Parodien und propagandistische Umdichtungen entstehen. So appellieren unter anderem sowjetische Flugblätter an deutsche Soldaten, zu ihrer Lili Marleen heimzukehren. Norbert Schultze, Komponist der volksliedhaft eingängigen Melodie, kommt dank Lili Marleen nach Kriegsende glimpflich davon, obwohl er im NS-Deutschland mit Liedern wie "Bomben auf Engelland" und "Vorwärts nach Osten" Karriere gemacht hatte. Der Mythos Lili Marleen wird zum Gegenstand von Theater- und Kabarettaufführungen, von Dokumentar- und Spielfilmen.

Die Ausstellung des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland thematisiert die Entstehung des Liedes, seine Verbreitung und Rezeption. Vom Mythos Lili Marleen zeugen Notenhefte, Liedkarten, Soldatenbriefe sowie Film- und Veranstaltungsplakate aus der Kriegs- und Nachkriegszeit. In der Wanderausstellung werden reproduzierte Exponate aus den Nachlässen bzw. dem persönlichen Besitz von Lale Andersen, Marlene Dietrich, Hans Leip und Norbert Schultze der Öffentlichkeit präsentiert. Die Objekte lassen Geschichte lebendig werden. Sie beleuchten den zeitgeschichtlichen Hintergrund und spüren den Wirkungsmechanismen des Welterfolgs nach.

Die Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh präsentiert diese Wanderausstellung des Hauses der Geschichte erstmals in der Region vom 3. Juni bis zum 17. Juli 2011. Zur Eröffnung, am 3. Juni 2011, um 17 Uhr, wird der Schauspieler und Musiker Ulrich Tukur erwartet. Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei!

Una Pizza Bismarck, per favore...

Geschrieben von Conwebia am Donnerstag, den 26. Mai 2011 um 10:05 Uhr

Es ist schon ein eigenartig Ding mit dem doch über die Jahrzehnte verblassten Kult um den ersten Reichskanzler: So weit weg er scheint, immer wieder begegnen wir den Spuren seines Mythos im Alltäglichen, nicht selten an ungewöhnlichem Ort. Oder würden Sie ihn im lombardischen Lavena Ponte Tresa, unmittelbar an der italienisch-schweizerischen Grenze, in der ortsanässigen Pizzeria vermuten? Sicher nicht, und doch spiegelt (in des Wortes wahrstem Sinn) er sich für schlappe 7 Euro auf der Speisekarte der örtlichen Pizzeria D'Asporto La Sfiziosa ("Die Ausgefallene/Extravagante"!): Hier finden wir neben den Klassikern Margherita, Napoletana oder Quattro Formaggi eben auch die Pizza Bismarck, deren Belag aus Pomodoro, Mozzarella und Pancetta (Bauchspeck) von einem mächtigen Spiegelei gekrönt wird, dessen Bezug zu Bismarck sich auch Eingeweihten nicht sofort erschliesst. Aber eine kurze Recherche im Internet führt zum Hinweis auf den wunderbaren Blog lamiacucina (http://lamiacucina.wordpress.com/2010/05/25/pizza-alla-bismarck), dem Sie Interessantes und Spekulatives über diese ungewöhnliche Kreation entnehmen können. Ein spannendes Forschungsthema, dem wir uns vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft in Form einer Miszelle zuwenden könnten - was meinen Sie?

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